Platiel Ausstellung 2019

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Späte Texte und Reden von Nora Platiel

Der schriftliche Nachlass von Nora Platiel befindet sich im Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn: Nachlass Nora Platiel mit Material über Hermann und Roger Platiel.

Es sind 40 Boxen mit einer Laufzeit von 1932 bis 1979. Allein die alphabetisch geordnete Korrespondenz der 1950er bis 1970er Jahre umfasst sechs Boxen mit acht Mappen.

Neben persönlichen Unterlagen aus der Emigrationszeit finden sich Unterlagen aus Nora Platiels Arbeit im hessischen Justizdienst, umfassende Unterlagen aus ihrer Zeit als Abgeordnete des Hessischen Landtages (1954 bis 1966), insbesondere viele vorbereitende handschriftliche Texte zu Reden im Landtag. Weiterhin gibt es Material zur Philosophisch-politischen Akademie; Nora Platiel war stellvertretende Vorsitzende von 1960 bis 1966, und zum Kasseler Kunstverein, dessen Vorsitzende sie von 1961 bis 1969 war.

In den 12 Jahren als Landtagsabgeordnete in Hessen beschäftigte sich Nora Platiel mit vielen Themen. Allein in Box 14, Mappe 20, finden sich Texte zu:

Frau und Familie
   Bedeutet die Beschäftigung von älteren Frauen in einem Betrieb eine unzumutbare Belastung?
   Doppelaufgabe der Frau: Familie und Beruf
   Die staatsbürgerliche Verpflichtung der Frau
   Sinn und Bedeutung des Internationalen Frauentages
   Bedeutung der Frau im öffentlichen Leben
   Rednerschulung für Frauen
   Die Ziele der sozialdemokratischen Frauenbewegung und ihre Gegenwartsaufgaben

Justizpolitik
   Die Grundrechte und ihr Schutz
   Die Frau und das Recht
   Der Jurist als Parlamentarier
   Die Qualität der Abgeordneten
   Gewaltenverteilung als Garantie gegen Missbrauch der Macht

Allgemeines
   Politik als Verpflichtung
   Von der Weimarer Republik zur Bundesrepublik
   Zur geistigen, wirtschaftlichen und politischen Situation der sozialistischen Bewegung
   Die Krise der Nächstenliebe in der heutigen Gesellschaft

Beispielhaft können hier nur einige Texte reproduziert werden. Die Texte wurden im Sommer 2019 von den oft mit handschriftlichen Ergänzungen versehenen Originalen abgeschrieben und teilweise mit einigen Fußnoten ergänzt, die ein leichteres Verstehen ermöglichen sollen. Es wurde versucht in den Abschriften möglichst das ursprüngliche Schriftbild des jeweiligen Textes wiederzugeben; jedoch wurden handschriftliche Einfügungen nur selten extra gekennzeichnet.

Außerhalb des Landtages war Nora Platiel eine vielgefragte Rednerin, z.B. bei Gewerkschaften.

Auf den Feiern zur Jugendweihe in Kassel hielt Nora Platiel in den Jahren 1951 bis 1964 fast jährlich die Festansprache. Zu diesem Themenkomplex können Sie die Rede von 1960 lesen. Weiterhin einen Leserbrief von 1958, den Plan für den Jugendweihe-Unterricht von 1958/59 und das Programm zur Jugendweihe von 1953.

In diesem Zusammenhang ist auch ein Text „Plan für die Aussprache vom 11. Oktober 1964 zum Thema: Religiöse Erziehung und Schule.“ lesenswert. Nora Platiel behandelte darin an Hand von Ausschnitten eines Gutachtens des „“Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen Fragen zum Religionsunterricht in den Schulen. Der Text befindet sich zwar in Box 16, Mappe 22: Hessischer Landtag: „Frauenfragen“, Korrespondenz, Reden, Referate von 1960-1968. Es scheint sich aber um Notizen für eine Aussprache innerhalb der „Philosophisch-Politischen Akademie“ (PPA) zu handeln. Dafür spricht die Erwähnung von Grete Henry als Mitglied in der PPA und Mitglied in dem „Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen“.

In der Rede vor evangelischen Frauen in Springe am 28. II.1964
Antisemitismus vor, während und nach Hitler
erörterte Nora Platiel u.a. das Thema ihrer jüdischen Abstammung.

Im Rahmen der Sendungen Das kulturelle Wort des Nordwestdeutschen Rundfunks Köln, sprach Nora Platiel am 4. August 1952 über
Gleichberechtigung in der Ehe, eine moralische und eine politische Forderung“.

Auf einer Veranstaltung des DGB am 9. März 1955 in Bebra berichtete Nora Platiel über
Frauenschicksale im Gerichtssaal“.

Beim Lesen der Ansprache aus Anlass des Internationalen Frauentages in Eschwege am Sonntag, dem 17. Juni 1956, sind Ort, Zeit und Motto zu beachten: am 17. Juni in Eschwege, einer Stadt an der Zonengrenze, eine Rede unter dem Motto
„Freundschaft umspanne die Welt, Friede verbinde die Menschen!“.

Für eine Veranstaltung der Frauengruppe West der Sozialdemokratischen Partei in Kassel am 23. November 1962 hatte sich Nora Platiel handschriftliche Notizen gemacht:
„Zur Lage der Schwangerschaftsunterbrechung bei Notzuchtsdelikten -
Ausführungen zum § 160 des StGB-Entwurfs 1963“.

Der SPD-Bezirksfrauen-Ausschuss Nordhessen beschäftigte sich mit der
„Doppelaufgabe der Frau: Familie und Beruf“.
Dazu lieferte Nora Platiel eine Stellungnahme.

In diesem Zusammenhang stehen auch ihre Ausführungen zu „Frau und Recht
und „Die staatsbürgerliche Verpflichtung der Frau“.

Schließlich noch einige Dokumente sowohl aus dem Archiv der sozialen Demokratie als auch aus Privatbesitz zur Landtagswahl in Hessen am 28. 11. 1954, bei der Nora Platiel erfolgreich kandidierte:

   „Brief an die Kasseler Frauen: Schickt Frauen in den Landtag!

   „Kassels Frauen wählen Liste 1

   „Frau im öffentlichen Leben

An junge Mitbürger und Mitbürgerinnen richtete sich ein weiterer Aufruf.

In einem Brief aus der Hessische Zeitung vom 26.03.1955, schrieb Nora Platiel an die „lieben Genossinnen“ über ihre Arbeit als Abgeordnete und listete ihre täglichen Termine auf.

Weiterhin gibt es aus dem Nachlass von Minna Specht
im Archiv der sozialen Demokratie den Aufsatz „Nelson, mein Erzieher“.

Es ist die Antwort von Nora Platiel auf eine Umfrage von Minna Specht vom 27. April 1955 bzgl. einer Materialsammlung über Nelson’s politisches Erziehungswerk

1965 schrieb Nora Platiel ein Vorwort für den Katalog der damals vielbeachteten Ausstellung im Kasseler Kunstverein

        GRAPHIK AUS ISRAEL
    Graphik und Zeichnungen israelischer Künstler
        9. Januar bis 7. Februar 1966